Walfang ist nicht nur ein Thema für Regierungen und geheime politische Zusammenkünfte. Es geht dabei um lukrative Geschäfte. Zwar ist Walfang nicht profitabel, aber Sie werden überrascht sein, was für Verbindungen einige bekannte Firmen haben, die mit Fisch und Meeresfrüchten handeln. Bitte helfen Sie uns, den Walfang zu stoppen.
Wer ist Gorton's?
Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von mehreren hundert Millionen Dollar
ist "Gorton's of Gloucester" US-Marktführer im Sektor der Tiefkühl-Meeresprodukte.
Selbst der Fischmac von McDonald's ist eine Erfindung aus dem Hause
Gorton's. Frittierte Shrimps, Fischstäbchen und eine ganze Palette
weiterer Tiefkühlgerichte werden über US
Lebensmittelgeschäfte vertrieben.
2001 wurde Gorton's für 175 Millionen US Dollar an seinen gegenwärtigen
Eigentümer, Nissui USA, verkauft. Sämtliche Anteile an der Tochterfirma
Nissui USA gehören wiederum zu Nissui, Japans zweitgrößtem Anbieter von
Fisch- und Meeresfrüchten mit Unternehmen in den Vereinigten Staaten,
Argentinien, Chile, den Niederlanden, China, Indonesien, Singapur und
Vietnam. Außerdem ist Nissui beteiligt am jährlichen so genannten
"wissenschaftlichen" Walfang Japans.
Gorton's tritt mit dem Saubermann-Image eines Familienbetriebs auf. In
Wirklichkeit ist Gorton's ein japanischer Multikonzern, dessen
Stammhaus am Walfang beteiligt ist.
Nissui erobert die Welt
Nissui weiß um die Bedeutung weltweiter Expansion und kauft
ausländische Unternehmen wie Gorton's auf, um seinen Marktanteil
entsprechend zu vergrößern. Der Plan schreitet anscheinend im
gleichmäßigem Tempo voran: In den USA gehören Nissui bislang UniSea,
Fishking Processors, BlueWater Seafoods und King & Prince Seafood
Corporation. Weltweit hat Nissui zudem Anteile an Konzernen, wie
Sealord oder JP Klausen - die wiederum Nestlé, Unilever, Heinz,
Espersen (McDonalds Europa) UniSea und andere beliefern. Die Frage ist:
Ist Nissui ein Fischerei- oder ein Walfangunternehmen?
Gorton's, Nissui und der Walfang
Eine kleine Geschichtsstunde: Auf dem Höhepunkt des kommerziellen
Antarktis-Walfangs in den 1960er Jahren, gab es drei Gesellschaften -
Nissui, Maruha (damals unter dem Namen Taiyo Gyogyo) und Kyokuyo -,
denen jeweils Teile der japanischen Walfangflotte in der Antarktis
gehörten.
Weil aber die Nachfrage nach Walfleisch sank und gleichzeitig auch die
Fangquoten zurückgingen, verschmolzen die einzelnen Walfangabteilungen
der drei Unternehmen zu einer einzigen Firma. Mit In-Kraft-Treten des
internationalen Walfangverbots (Moratorium) übergab diese Firma ihre
Fangboote und das Fabrikschiff an eine neue Gesellschaft namens Kyodo
Senpaku. Nissui besitzt noch immer ein Drittel der Anteile an Kyodo
Senpaku. Damit sind auch Gorton's und andere internationale Konzerne am
Walfang beteiligt. Denn Kyodo Senpaku jagt bis heute Wale im Auftrag
der japanischen Regierung. Zu kompliziert? Hier ist ein Diagramm:
Kommerzieller Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft
Japanische Walfänger schließen Exklusivverträge mit Kyodo Senpaku, um
"wissenschaftlichen" Walfang im Südpolarmeer zu betreiben. Wenn die
"wissenschaftlichen Untersuchungen" abgeschlossen sind, wird das
Walfleisch zu einem Festpreis an Nissui und andere Firmen
zurückverkauft. Daraufhin verarbeitet Nissui das Fleisch und vertreibt
es über den Einzelhandel.
Interessanterweise ist das heutige kommerzielle Walfangprogramm Japans
nahezu identisch mit den Fangaktivitäten vor In-Kraft-Treten des
Moratoriums im Jahr 1986. Es sind noch immer die selben drei
Unternehmen, die Walfleischprodukte in ganz Japan verkaufen. Zwischen
dem kommerziellen Walfang damals und heute besteht jedoch ein großer
Unterschied: Die Rolle der japanischen Regierung. Die Durchführung des
Moratoriums hätte dem kommerziellen Walfang längst ein Ende gemacht,
würde die japanische Regierung die Nachfrage nach Walfleisch nicht
durch jährliche Subventionen, Kredite und Steuerung des Marktes
künstlich aufrecht erhalten.
Noch brisanter wird es, wenn man bedenkt, dass der Generaldirektor von
Nissui zugleich stellvertretender Direktor der Japanischen
Fischerei-Vereinigung ist - einer Nichtregierungsorganisation, die
alles daran setzt, das Walfang-Moratorium bei den alljährlich
stattfindenden IWC-Treffen zu kippen.
So können Sie helfen
Wir fordern Gorton's International auf, seine Muttergesellschaft Nissui
davon zu überzeugen, den von Kyodo Senpaku betriebenen Walfang
dauerhaft zu beenden. Nissui möchte eine Weltmarke werden. Aber wollen
Kunden, die bei Gorton's einkaufen, etwa den Walfang unterstützen?
Für Nissui ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Der Konzern muss das
Netz aus Täuschungen und Intrigen aufgeben und sich entscheiden, ob er
ein Fischereikonzern oder ein Walfangunternehmen sein will. Nissui
operiert multinational und ist seinen internationalen Kunden gegenüber
verpflichtet. Kunden, deren überwältigende Mehrheit den Schutz der Wale
unterstützt.
Gorton's ist eines von Nissuis profitabelsten nordamerikanischen
Unternehmen und eine wichtige Größe bei Nissuis nach Globalität
strebenden Expansionsplänen. Wir fordern Gorton's auf, dem Abschlachten
von Walen durch Kyodo Senpaku ein Ende zu setzen.
Teilen sie Gorton's mit, dass seine Kunden den Walfang nicht unterstützen!